Tony Soprano oder Management by Familiy Structure – No.1

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Tony muss die Dinge immer mir einer gewissen Distanz betrachten.

Spätestens seit dem Buch „Underground Economy“ ist klar, dass sich aus großen Organisationen der etwas anderen Art eine Menge lernen lässt. Dies zeigt sich auch wieder, wenn man nichtsahnend auf dem Sofa sitzt und einfach nur gute Unterhaltung aus der in Deutschland zu später Sendezeit gelaufenen Mafia-Serie „Die Sopranos“ ziehen möchte.

Die Serie bringt alle Komponenten ein, die ein Lehrbuch zum Thema Management nicht besser vorstellen könnte. Folgende Parallelen springen einen förmlich an:

  1. Schwindel = Komplexität
  2. Eigene Familie = Kernteam
  3. Geschäftspartner aus Italien = Spezialisten
  4. Gewalt = Eskalation
  5. Gretchenfrage = Loyalität zum Team
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Waffen spielen ein Rolle, werden aber meistens erst nach ausführlicher Diskussion eingesetzt.

Tony Soprano als Kopf der amerikanischen Mafia Familie aus New Jersey hat an all diesen Fronten zu agieren.

About Schwindel: Tony fällt von Zeit zu Zeit einfach um. Das Ganze kündigt sich kaum an und geht dann in Sekundenschnelle. Er geht diesem Thema mit seiner Psychoanalytikerin (1) auf den Grund und ja es hat mit seiner Kindheit zu tun, aber Schwindel als Motiv verweist eben auch auf die oft schwer zu überblickende Komplexität der Strukturen innerhalb seines Teams. Insbesondere ist immer latent die Frage im Raum: wer steht bedingungslos hinter ihm und wer ist schon verkabelt (mit dem FBI) oder wer ist auf dem Sprung sein eigenes Ding durchzuziehen. Das Auszuloten und die richtigen Entscheidungen zu treffen, in Bezug auf Informationsfluss kann einen schon mal schwindelig machen.

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Familiy Business erschöpft. Zum Abspannen bevorzugt Tony alte (Mafia-) Filme.

Eine relative Sicherheit bietet die Eigene Familie, die das Kernteam repräsentiert. Hier gibt es auch Ausfälle, wie die eigene Schwester, die sich esoterisch-schmarotzend einnistetet, die aber am Ende die eigene Schwester ist und als solche auch geschützt wird, wenn der Revolver mal im Haus losgeht. Das Kernteam wird ohne Vorbehalte nach Außen unterstützt. Das befreit aber nach Innen niemanden vor grundsätzlichen Diskussionen, egal ob Schwester oder innerster Kreis, sprich die flügge werdende Tochter.

Wenn das Kernteam an seine Belastungsgrenze kommt und frisches Blut dem Unternehmen gut tut, engagiert der Chef (Tony) am Besten Spezialisten. Dafür lohnt sich eine Reise nach Arkadien, was Tony und sein Team voll auskosten. La Dolce Vita. Im Gepäck ist dann ein Spezialist, dem Tony vertrauen kann, da er der beste Mann der Partnerfamilie in Italien ist und somit nur ungern nach Amerika ausgeliehen wurde.

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Zum Unterstreichen von Entscheidungen kommen eher kleine Kaliber zum Einsatz.

Tony wäre nicht der Boss, wenn er nicht auf Nummer sicher gehen und Einsatzfähigkeit, Durchzugsstärke und Loyalität trotz Vorschuss-Lorbeeren abklopfen würde. So muss der Neue aus der alten Welt Schulden eintreiben. Tony lässt seinen Mann aus Italien Gewalt einsetzen und eskaliert somit unverblümt die Situation um die offenen Außenstände.

In Staffel 2, 7te Folge: „Patenschaften“ (siehe unter Wikipedia Sopranos Episoden) stellt Tony seinem zweifelnden Trainee auf der Kommunionsfeier seines Sohns die alles entschiedene Frage nach der vollen Mitgliedschaft: „Du musst Dich entscheiden. Wenn Du lieber ein Drehbuchautor in Hollywood werden willst dann geh, wenn Du weiter in meiner Familie agieren willst dann bleibe. Ich komme in 10 Minuten wieder runter.“ 10 Minuten für die Loyalitätsentscheidung, das ist mal eine straffe Agenda.

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Tony tritt gerne gewichtig, mit richtigem Wumms auf.

(1) Wer übrigens bei Psychoanalytikerin an „Reine Nervensache“ denkt, der sei gewarnt: Bei den Sopranos geht es nicht um Klamauk, sondern um allerfeinste Subtexte zu Management & Führung, Diplomatie & Eskalation sowie Change Prozesse.

Fortsetzung folgt.

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