Geschickte Schachzüge – Führung by T. Soprano

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An dieser Stelle ist der Ausgang der Veränderung noch unklar.

Eigentlich sollte das Ganze ja nur ein netter Serienabend werden, aber da springt einem gleich wieder die Führungsschule ins Gesicht, wenn man Sopranos guckt. Auf geht’s:

Tony hat einen nicht so beliebten Mitarbeiter auf der mittleren Management-Ebene namens Ralphie, der aber verdammt viel Geld für Tony verdient und somit unverzichtbar ist.

Wie soll man so jemanden in den Griff kriegen?

Korrekt, befördern.

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T. geht gerne in den Club. Bada Bing.

In Staffel 3, 3te CD, 1te Folge: „Der Aufsteiger“ vollzieht Tony diesen Schritt und macht Ralphie zum Captain. Der Captain steht einen Rang unter Tony, gehört also zum engsten Führungskreis.

Tony hat durch diese Beförderung gleich zwei Themen elegant gelöst:

  1. Ralphie bekommt als Top-Verdiener der Truppe einen angemessen Platz im Führungsteam und hat somit seinen angestrebten Status erreicht. Das vorherige Meckern über „ich müsste schon längst Captain sein“ entfällt.
  2. Tony kann Ralphie ganz anders in die Pflicht nehmen – als Mitglied des engsten Führungskreises hat Ralphie eben nicht mehr die Narrenfreiheit zu Meckern, jetzt ist strategisch-politische Mitarbeit gefragt und ein anderer Loyalitätslevel gefordert.
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T. geht aber auch gerne essen.

Es gibt da nämlich ein Dilemma, was Ralphie als Captain nach der Beförderung selber lösen muss. Die Sache mit seinem Stiefsohn Jackie Jr. – der performt nicht so, wie es dem Familienbusiness zuträglich wäre (u.a. achtet er nicht die Hierarchien, hält sich nicht an die Regeln) und muss insofern weg, da der Weg der Umerziehung nicht gefruchtet hat. Über die Beförderung hat hier Tony elegant die Problemlösungsfindung von sich auf Ralphie übertragen. Als Captain muss er solche Themen selbst in den Griff kriegen. Im vorherigen Rang des Starverkäufers (1) war das noch die Baustelle vom Boss.

(1) In der brandeins.de gibt es einen spannenden Artikel zum Punkt – warum sich Kriminelle gut als Unternehmer eignen:

„Vom Knacki zum Unternehmer. Kriminelle sind kreativ, risikobereit, durchsetzungsfähig. Also geborene Entrepreneure.“
Rückschlüsse in die andere Richtung wären möglich, aber nicht Gegenstand dieses Artikels.
(2) Spannend ist in diesem Zusammenhang auch der Artikel:
A wrong decision is better than indecision: Eight leadership lessons from Tony Soprano.
Tony Soprano & seine Crew bieten noch ne Menge Potential, deshalb: to be continued.

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