Was haben die Schlacht am kalten Buffett und Software-Projekte gemeinsam?

Erstaunlich viel 😉

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I now declare this bazaar opened!

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Jahrhundertalte Mechanismen am Buffett:

  1. Zeitdruck: man hat das Gefühl, nicht schnell genug den Teller füllen zu können – im Vergleich zu den anderen.
  2. Überangebot: man weiß eigentlich, dass man nicht alles essen können wird, versucht es aber trotzdem.
  3. Völlegefühl, danach: man hat sich mitreißen lassen und zu viel gegessen, was sich durch Unwohlsein rächt. Der Abend ist durch Unpässlichkeit & stille Selbstvorwürfe verdorben: „Hätte ich bloß nicht noch die in Aioli scharf angebratene Lammbratwurst nach Genueser Art an Rosenkohlblüten-Carpaccio probiert.“ Tja, hatte man aber gehört, dass die verdammt gut schmecken soll, der Nachbar hatte die auch auf dem Teller & zugegebenermaßen etwas spät entdeckt.
  4. Wettbewerb: man muss das beste Stück, das ausfallendste Teilchen ergattern, egal, ob man das mag. Zuhause würde man sich das nun mal nicht selbst machen. „Hast Du gesehen, es gibt mit weißem Balsamico-Essig angemachte Feuerquallen-Tentakel auf Vollkorn-Toast!“ „Waaaas, wo?“
  5. Verführung: Die aufwändige Dekoration der Platten und (Kuchen-)Teller, der winzigen Gläser & Schälchen, die Geschäftigkeit des Treibens am Buffet, die Geselligkeit der Atmosphäre lässt einen Sachen nehmen, die man zuhause nicht im Traum essen würde.
  6. Budget: ein All-in-Budget muss auch bis an die Zerspannungsgrenze ausgenutzt werden, sonst stehen die Kosten zum Nutzen im ungünstigen Verhältnis. Des passt scho no.
  7. Durcheinander, heilloses: Fisch neben Fleisch auf Nudeln und Kartoffeln neben Eis unter Kuchen. Man stelle sich den Mageninhalt vor.
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Nuancierte Differenzierung im Joghurt & Quark-Segment.

Parallelen bei (initialen) Software-Projekten:

  • Gesamt-Ziel unklar: Was wollen wir als Unternehmen erreichen mit diesem Software-Projekt? Wann gilt das Ziel als erreicht? Was hilft uns jetzt aktuell bei unserem Business?
  • Featureritis: Hat Amazon, müssen wir auch haben. Nein, nicht zwingend.
  • Prioritäten unklar: Alles auf Prio 1. Na gut, diese 3 Features können auf 2. Wobei …? Nö. Sind diese Funktionen wirklich kriegsentscheidend? Hänge ich damit den Wettbewerb ab? Helfen die meinen Kunden mit mir besseres Business zu machen?
  • Arbeitspakete zu groß: Das Ding muss noch mit rein. Geht sicher irgendwie. Klar, manchmal schon, aber warum nicht erstmal realistisch packen & dann aus dem Backlog noch 1-2 Pakete nachziehen, wenn Luft ist. Gibt nen besseres Gefühl, als immer dem großen Paket hinterherzulaufen.
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Lecker. Muss man aber erstmal bewältigen können.
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War gut und eventuell zugegebenermaßen etwas zuviel.

Akzeptierte & bewährte Gegenmaßnahmen:

  • Sicherlich agiles, also iteratives, Step-by-step-Vorgehen.
  • Fokussierung auf für das Unternehmen wichtigste Ziel mit dem Projekt in dieser Phase. Es gibt ja noch spätere Ausbau-Phasen.
  • Reduzierung des Funktionsumfangs nach initial umfänglicher Wunschliste, auf der zudem noch fast alle Funktionen mit Prio 1 gekennzeichnet waren.
  • Beratendes Requirements Engineering, also nicht “nur minutiöses aufnehmen” der Funktionswünsche, sondern schon dabei überprüfen & diskutieren, ob sie auf mein Business-Ziel einzahlen.

Nicht, dass wir das nicht ahnen würden, dass uns das gut tut in Bezug auf das Buffet und Projekt, aber trotzdem rennen wir am Pool mit T-Shirts vorbei auf denen steht: „Out of ten I would take nine three fourths.“ Ja, is klar.

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Neues Arbeitspaket ziehen, wenn erstes vollständig fertig. Kanban hilft.
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