Gesamtprojektleiter anwesend? Hallooo?

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So sieht er aus der ideale Kandidat: schnell, wendig, kommt aus der Tiefe des Raums, lauffreudig, klar im Kopf, behält den Überblick, kennt keine Müdigkeit, verträgt Blessuren, …

Neulich in einem Meeting bin ich über den schön-langen Begriff „Gesamtprojektleiter“ gestolpert und fragte mich: Brauchen wir überhaupt noch einen Gesamtprojektleiter für Web-Projekte? Oder ist der Ansatz veraltet angesichts von Scrum & Co.?

Eigentlich haben wir doch …

  • sich selbst organisierende Teams (Schwarmintelligenz)
  • in denen jeder einen großen Teil Verantwortung trägt
  • um so das Projekt zum Erfolg zu führen
  • dank kurzer Feedbackschleifen mit dem Kunden (Iteration)
  • wird ja immer exakt das umgesetzt, was der Kunde als Ergebnis vor Augen hat

Müsste alles sehr gut ausgehen in der Rückbetrachtung der Projekte (Reviews).

Tut’s aber nicht.

Es sind immer noch die üblichen Verdächtigen, die in den Projekten zu Problemen führen:

  • Kommunikation diffus
  • Prioritäten unklar (alles hat Prio #1)
  • Menge an ToDos zu hoch
  • Entscheidungen indifferent

Die meisten Projekte gehen ja live. Aber zu welchem Preis? Irgendeine Seite zahlt immer drauf.

Was ist darauf die Antwort?

Logisch: der Gesamtprojektleiter.

Der müsste nur so’n paar Skills erfüllen können:

  1. er muss gut zuhören können
  2. er muss nach dem Zuhören Entscheidungen treffen können
  3. diese Entscheidungen vertreten & durchziehen
  4. er muss die unterschiedlichen Interessen der Stakeholder ausbalancieren können
  5. er muss Komplexität reduzieren
  6. er muss das Buch „Das Harvard-Konzept“ von Fisher/ Ury/ Patton verinnerlicht haben

Sonst fällt mir nichts ein. Nur wo kriegt man diese eierlegende Wollmilchsau her?

Wahrscheinlich wurde deshalb agiles Vorgehen erfunden.

Mir egal – ich will (m)einen Gesamtprojektleiter wiederhaben!

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One thought on “Gesamtprojektleiter anwesend? Hallooo?

  1. “es wird ja immer exakt das umgesetzt, was der Kunde als Ergebnis vor Augen hat”, also braucht man schon mal beim Kunden jemanden, der das Ergebnis vertritt und die Zielvorstellung hat. Und der braucht jemanden, der ihm gegenüber die Verantwortung trägt. Mir ruft Schwarmintelligenz die Assoziation der Fische oder Vögel hervor, die aus unerklärlichen Gründen alle plötzlich die Richtung wechseln und dann wieder und wieder, sodass sie eine Spur hinterlassen könnten, die der einer Nacktschnecke entspricht, die auch ad hoc mal rechts, mal links mäandert, das Ziel VIELLEICHT erreicht….
    Gruß aus Celle von MM

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